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        Gegen die Intervention, Patriotische
        Einigkeit und Lateinamerika

        Die direkte Intervention der USA in den internen Konflikt Kolumbiens ist
        immer mehr nicht mehr nur ein Abschreckungselement, sondern eine wirkliche
        Gefahr, die die Souveränität des Vaterlandes bedroht. Dies zeigen kürzliche
        Meldungen von verschiedenen Stellen und Funktionären der Regierung in
        Washington.

        Der Vorwand ist für die USA das Nebensächlichste; existiert er nicht, wird
        er erfunden. Hinter dem antikommunistischen Kampf der Vergangenheit und der Verteidigung der Institutionen, der Demokratie oder dem Kampf gegen den Drogenhandel heute, versteckt sich die wahre Absicht der nordamerikanischen

        Interventionen, um ihre geopolitische Vorherrschaft in allen Regionen der
        Welt abzusichern.
        Als Simón Bolivar die USA um Hilfe bat, um die Unabhängigkeit von Spanien zu erreichen, versagte Nordamerika jegliche Hilfe mit dem Vorwand der nie die wirklichen Motive verstecken konnte: die USA kalkulierten in jenem Moment, angesichts der Macht Englands, dass sie für sich selbst die Kontrolle über den Handel mit den neuen Republiken nicht sicher könnten. Der

        Anti-drogenkampf ist nur eine grosse Nebelwand, hinter der Onkel Sam
        versucht, seine Greifarme noch stärker auf die kolumbianischen Reichtümer
        auszubreiten. Die US-Regierung unternimmt nichts substantielles, um den
        Drogenkonsum auf ihrem Territorium zu reduzieren und um die mächtigen
        amerikanischen Verteilkartelle zu zerschlagen.

        Was die USA in Kolumbien verfolgt, ist, die ungerechte, korrupte,
        menschenrechtsverletzende und vaterlandsehrenlose Regierungsclique an der
        Macht zu halten, die garantiert das ganze Land der Gefrässigkeit der USA
        offenhalten. Falls sie intervenieren wollen, weil die Kolumbianische Armee
        die Guerilla nicht militärisch besiegen kann, dann sollen sie es klar sagen,
        ohne die internationale öffentliche Meinung zu betrügen. Schlussendlich ist
        es das, was sie seit längerem schon tun, mit der Anwesenheit von mehr als
        200 Militärberatern in unserem Land.

        Der General Charles Wilhelm, Kommandant des Kommando Süd der USA, lügt, wenn er behauptet, dass es den Streitkräften Kolumbiens an Beweglichkeit, Nachrichtendienst und Kapazität für Direktangriffe fehlt, denn die Kolumbianische Armee ist die fähigste des ganzen Subkontinentes was
        irreguläre Kriegsführung betrifft. General Barry McCaffrey und die
        Nachrichtendienste lügen, wenn sie behaupten, dass die Guerilla besser
        bewaffnet sei als die Armee, wenn es die Streitkräfte und nicht die
        Aufständischen sind, die über Raketen, artilleriebestückte Helikopter,
        Bomber und Satellitenspionage verfügen.

        Solche Aussagen bereiten nicht nur das Terrain für die Intervention vor,
        sondern stimulieren auch das Rüstungswettrennen in Lateinamerika, denn die
        Nachbarländer, und vor allem diejenigen, die Grenzstreitigkeiten haben mit
        Kolumbien, werden nicht untätig zusehen, wie sich die Kolumbianische Armee
        modernisiert und seine Streitkräfte mit fortgeschrittener Militärtechnologie
        ausrüstet. In diesem Fall verliert Lateinamerika und gewinnt die US-Rüstungsindustrie.

        Angesichts der Vorkehrungen General Wilhelms, eine multinationale
        lateinamerikanische Eingreiftruppe, die die Aspirationen der Gringos
        garantiert, zu bilden, rufen wir unsere Landsleute zur nationalen Einheit in
        Verteidigung unserer Reichtümer und Souveränität auf, und die
        bolivarianischen und lateinamerikanischen Länder zur Integration und
        Einheit, hoffentlich in einer grossen Nation, wie sie der Befreier Simón
        Bolivar träumte, auf, als Vorbedingung, die es uns erlaubt, die politischen,
        wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen des neuen Jahrtausends zu
        bestehen und Lateinamerika eine bessere Zukunft zu sichern.

        Wir laden das nordamerikanische Volk ein, die Versuche und Projekte des
        Pentagons und der Ultrarechten gegen die kolumbianische Selbstbestimmung
        zurückzuweisen. Die Rebellion und der Volksaufstand gegen ungerechte Regimes ist ein Recht der Völker, das nicht verletzt werden darf. Kolumbien braucht eine neue Regierung, und wenn erwünscht einen neuen Staat, der die wirkliche Demokratie möglich macht, mit sozialer Gerechtigkeit um einen dauerhaften Frieden zu erreichen.

        Estado Mayor Central
        Montañas de Colombia, abril de 1998
         

         


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