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RESISTENCIA

Koordination, Information, Solidarität für die Befreiunsbewegungen in Südamerika

 

Aufruf an die internationale Solidarität mit dem kolumbianischen Volk

 

In Kolumbien, im Nordwesten Südamerikas gelegen, finden sich grosser Reichtum, aber auch tiefe Ungerechtigkeit, welche die Bevölkerung dazu gebracht hat, sich in verschiedenen Formen zu organisieren, um ihre Rechte und ihr Leben zu verteidigen. 

Die Regierenden wenden seit je her Gewalt als Mittel der Reichtumsakkumulation an. Der Staat benutzt permanent den Terrorismus als Methode der sozialen Kontrolle. So entwickelte sich ein zutiefst antidemokratisches System, dominiert von zwei politischen Parteien, welche mit allen Mitteln die Entwicklung politischer Alternativen unterbunden haben. Für den hohen Grad an Intoleranz und Gewalt steht die physische Vernichtung von mehr als 4000 Kadern der Unión Patriotica, der wichtigsten Oppositionsbewegung in Kolumbien. 

Die unterschiedlichen Methoden der Repression - schmutziger Krieg, Todesschwadrone, selektive Morde, Verschwindenlassen, Folter, Massaker etc., mit besonderer Hingabe durch die Streitkräfte und die paramilitärischen Gruppen angewandt -, wurden den durch die "Theorie der nationalen Sicherheit" inspirierten Handbüchern der USA entnommen.

 Bei der Umsetzung dieser Theorie griff man vor mehr als 35 Jahren jene militärisch an, die friedlich und mit demokratischen Mitteln für Land und das Recht, in Frieden zu leben, gekämpft haben. So entstand der bewaffnete Widerstand. Im Lauf der Jahre war der Staatsterrorismus dafür besorgt, ihn in die einzig mögliche Art, Opposition auszuüben, zu transformieren. 

Heute führen die Guerrillakontingente einen Prozess der sozialen Veränderungen an und suchen gleichzeitig nach einer politischen Verhandlungslösung für den bewaffneten Konflikt. Für die USA bedeutet die Stärkung der Volks- und Guerillabewegung in Kolumbien eine Bedrohung ihrer Hegemonie und Einmischung in Lateinamerika. Deshalb versuchen sie, militärisch zu intervenieren, unter Angabe von Vorwänden wie jenem des Kampfes gegen den internationalen Drogenhandel. Ein Geschäft, das der Marktwirtschaft inhärent ist und hauptsächlich den USA Nutzen bringt. In US-Banken wird der grösste Teil des dabei gewonnen Geldes rezykliert, hauptsächlich in den USA werden die bei der Herstellung von Kokain benutzten chemischen Substanzen produziert.

Jüngste Erklärungen von Funktionären der US-Administration lassen Erinnerungen an die Ambiance vor den Invasionen in Grenada und Panamá 1983 und 1989 aufsteigen.

 

Die Beweise

Im März 1998 hielt sich General Charles Wilhelm, Chef des Südkommandos der US-Streitkräfte, in Kolumbien auf. Anschliessend an diese Reise produzierte das State Department ein Dokument, wonach die kolumbianische Guerilla innert fünf Jahren die Macht erobern würde. Zweck des Papiers war es, in den umliegenden Ländern Besorgnis auszulösen und sie dazu zwingen, gegen die kolumbianische Guerilla Massnahmen zu ergreifen. In diesem Zusammenhang kam es zu Gesprächen mit den Nachbarländern Kolumbiens, um diese dazu zu verpflichten, eine multinationale Kraft aufzustellen, welche in der Lage wäre, die kolumbianische Guerilla einzudämmen.

 Dieser Vorschlag wurde nur von der Regierung Alberto Fujimoris aufgenommen, der unter Angabe eines Sicherheitsproblems für Peru sofort die Grenze zu militarisieren begann. An den anderen Grenzen kommt es zu kalkulierten und perversen Kampagnen, welche die "regionale Gefährdung" aufgrund der kolumbianischen Situation suggerieren sollen.

 Im laufenden Jahr haben verschiedene US-Missionen Kolumbien aufgesucht, darunter jene des US-Drogenzares General McCaffrey, der in aggressiven Erklärungen zur Erhöhung der (weltweit drittgrössten) Militärhilfe an das Land aufrief. Anschliessend begab sich McCaffrey in andere Länder Lateinamerikas, um Völker und Regierungen in einen Konflikt hineinzuziehen, der nicht ihrer ist. Auch Thomas Pickering, Unterstaatssekretär für politische Angelegenheiten, besuchte auf direkte Weisung von Präsident Clinton Kolumbien, wo er seine "Sorge wegen des Vorrückens der Guerilla" unterstrich. Parallel richtet sich Führung des US-Kongresses an Clinton und verlangt "die Einrichtung einer Militärbasis in Kolumbien oder in nächster Nähe".

 Dem interventionistischen Stosstrupp schliesst sich auch die ultrarechte Heritage Foundation mit dem Argument, Kolumbien falle in linke Hände, an. Aber vielleicht stellt den schlagendsten Beweis für die US-Intentionen der Unfall des Flugzeuges RC-7 De Havillan dar. Man weiss, dass dieser Flugzeugstyp über Geräte zur präzisen Lokalisierung, Aufzeichnung und Auswertung aller Vorgänge im elektromagnetischen Spektrum eines bestimmten Gebietes verfügt. Später berichtete die lokale Presse, dass "das Pentagon eine massive Ueberwachung aller Kommunikationen des Südblocks der FARC begonnen hat, Teil einer Operation, welche US-Hightechgeräte und das Luftregiment 160 der Sondereinheiten des US-Heeres einsetzt".

 All dies wurde in gewisser Weise vom Sicherheitsberater der peruanischen Regierung bestätigt, der vor kurzem erklärte, die CIA habe ihnen einen Plan für die Intervention in Kolumbien vorgelegt, die auf dem Einsatz lateinamerikanischer Armeen und der US-Luftwaffe aufbaue.

 

Welches sind die wirklichen Ziele der USA?

Am 22. Juni sagt General Charles Wilhelm vor Aussenpolitischen Kommission des US-Senates Folgendes aus: "Die Sicherheitskräfte Panamás sind weder organisatorisch noch ausrüstungsmässig dafür vorbereitet, Inkursionen kolumbianischer Aufständischer entgegen zu treten... ". Dem General zufolge gefährdet das Grenzproblem die Sicherheit des Panamakanals. Andererseits erklärt General McCaffrey nach einem Besuch Venezuelas, dieses Land wandle sich in eine Drehscheibe des Drogenhandels.

 

Die Interventionsabsichten der US-Kriegstreiber machen so folgende Ziele klar: Intervention in Kolumbien; Nichterfüllung der Torrijos-Carter-Verträge betreffs der vollständigen Uebergabe der Kanalzone per 31. Dezember 1999 und den von Präsident Chávez geführten demokratischen Prozess in Venezuela zu destabilisieren.

 

Aufruf

 Angesichts dieser Situation, haben verschiedene politische, soziale und Volksorganisationen aus Kolumbien und Lateinamerika zu einem INTERNATIONALEN AKTIONSTAG GEGEN DIE MILITAERINTERVENTION IN KOLUMBIEN am 12. Oktober aufgerufen, als Akt der Solidarität mit dem kolumbianischen Volk, zur Respektierung seiner Souveränität und seines Rechtes auf Selbstbestimmung.

 Nein zum Missbrauch lateinamerikanischer Völker!

Nein zur Militärintervention der USA in Kolumbien!

 Mehr Informationen: NetzwerK RESISTENCIA, Postfach 2444, 8026 Zürich , Schweiz