Resistencia

Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia - Ejército del Pueblo FARC-EP

Informationsbeilage Internationale Kommission

Massenarbeit

  1. In unserem Hauptziel, der Machterlangung, müssen wir das Bewusstsein und das Herz der Bevölkerung gewinnen. Deshalb müssen alle unseren militärischen, politischen, organisatorischen und Propaganda-Aktionen dahingehend orientiert sein, dass die Massen auf dem Land und in den Städten fühlen, dass wir für ihre Interessen, Notwendigkeiten und Ideale kämpfen, diese verteidigen und vertreten.
  2. In unserer Arbeit der Organisation, der Agitation und der politischen und militärischen Propaganda, ist es sehr wichtig, dass die Bevölkerung versteht, warum wir jede unserer Aktivitäten unternehmen. Sowohl bei unserer offenen als auch verdeckten- konspirativen - Arbeit müssen die Massen unseren Kampf als ihren eigenen verstehen; dass die FARC ein Teil des bewaffneten Volkes sind.
  3. Unsere Organisation und unsere Waffen müssen immer im Dienste des Volkes stehen, damit dieses uns als ihre Armee versteht. Dazu ist es sehr wichtig, permanent unsere Politik in der Bevölkerung zu verbreiten, damit sie ein Bewusstsein darüber erlangt und damit wir so das Volk für den Kampf gewinnen können.
  4. Die Massenarbeit muss sich immer dahingehend orientieren, das Bewusstsein der Massen zu wecken und sie an jedwelche Kampforganisation zu binden. Das können die Gewerkschaften sein, die Juntas Comunales (gemeinschaftliche Gemeinderäte), die bolivarianischen Milizen, die Solidaritätsgruppen, die Guerilla etc.
  5. Besondere Aufmerksamkeit müssen wir den Volksführern widmen, die an der Spitze der Gemeinschaften deren Forderungen und Kämpfe orientieren und führen, um sie auf unsere Seite zu bringen.
  6. Wir müssen immer unsere Eigenschaft als einfache Menschen darstellen, die bereit sind, das Beste zu geben für die Wünsche und Bedürfnisse des Volkes.
  7. Wir müssen uns immer daran erinnern, dass man der Zivilbevölkerung keine Befehle gibt. Wir gewinnen ihr Bewusstsein und ihr Herz, damit sie den Kampf unterstützen.
  8. Die Konferenz unterstreicht die Wichtigkeit der unaufschiebbaren Aufgabe, eine geheime politische Organisation zu gründen als notwendiges Werkzeug, um die Ziele, die wir uns gesetzt haben, zu erreichen.

Die politisch-militärische Aktivität der FARC-EP ist reglementiert durch:

  1. die Statuten
  2. das Reglement des Disziplinarregimes
  3. die internen Kommandonormen

Alle in den wichtigsten Dokumenten unserer Organisation genannten Normen lassen sich von den Prinzipien, der Ethik und der Moral der Revolution leiten und sind verpflichtend für alle Mitglieder, ohne Unterschiede noch Ausnahmen.

Wir sind integraler Bestandteil des Volkes, wird seine revolutionäre Armee, der Grund unseres Kampfes ist die Lösung der Probleme aller Kolumbianer; deshalb entspricht es nicht unserer Politik, die Interessen und die Rechte des Volkes zu verletzen.

Als Beispiel zitieren wir einige Artikel aus unserem Regelwerk:

Pflichten:

Vergehen:

An die Zivilbevölkerung

„Die FARC-EP verwenden die technischen Ausdrücke des Internationalen Humanitären Völkerrechts nicht, aber in einigen ihrer Dokumente sind Normen festgehalten, die zum Ziel haben, die Zivilbevölkerung vor dem Konflikt zu schützen, und es sind dazu Kriterien aufgestellt worden, die mit den Grundprinzipien des Internationalen Humanitären Völkerrechts übereinstimmen, wie z.B. die Unterscheidung zwischen kämpfenden und nicht-kämpfenden, und die Immunität der Zivilbevölkerung."

Empfehlungen an die kolumbianische Zivilbevölkerung

  1. Die Bevölkerung sollte verhindern, dass die Militärkasernen und die Polizeistationen in der Nähe der Wohnhäuser oder an Orten öffentlicher Versammlung zu stehen kommen.
  2. Die Zivilbevölkerung sollte verhindern, dass Angehörige des Militärs und der Polizei Privatfahrzeuge oder Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs benutzen. Wenn die Besitzer oder Chauffeure gezwungen werden, ist es vorzuziehen, auszusteigen und die Fahrzeugschlüssel abzugeben, es in der Verantwortung der Militärs zu lassen und die Unterzeichnung eines Papiers zu verlangen, das diesen Sachverhalt bestätigt.
  3. Die Zivilbevölkerung sollte sich davon abhalten, in Militärfahrzeuge jedwelchen Typs einzusteigen.
  4. Zivilfahrzeuge auf Überlandstrassen sollten einen Mindestabstand von 500 Metern gegenüber den Militärfahrzeugen und - kolonnen einhalten.
  5. Die Zivilbevölkerung sollte sich davon abhalten, in ländlichen Zonen als Führer für die Patrouillen der Sicherheitskräfte zu dienen.
  6. Die Zivilbevölkerung sollte sich davon abhalten, in die Kasernen oder Posten der Polizei einzutreten. Auch sollte sie nicht darin schlafen.
  7. In Konfliktzonen sollten die Fahrzeuge der Presse und der Humanitären Organisationen mit klar sichtbaren Erkennungszeichen und mit minimaler Geschwindigkeit verkehren.

Reproduziert von der Internationalen Kommission der FARC, am 8. Juli 1998.

Verhaltensnormen gegenüber den Massen

Überzeugt, dass wir gegenüber unserem Volk wie Revolutionäre handeln und uns verhalten müssen, wie neue Männer und Frauen, mit Einfachheit, um so beizutragen, sie in unseren Kampf einzufügen, rufen die Kommandanten der Guerrillakoordination Simón Bolívar, vereint im Ersten Gipfeltreffen „Jacobo Arenas", ihre Kämpfer auf, die folgenden Verhaltensnormen gegenüber den Massen zu befolgen.

  1. Unser tägliches Verhalten und die Pläne, die uns leiten, müssen von den Interessen des Volkes ausgehen.
  2. Wir müssen die politischen, philosophischen und religiösen Ideen und Verhaltensweisen der Bevölkerung und speziell die Kultur und die Autonomie der Eingeborenen und der anderen ethnischen Minoritäten respektieren.
  3. Wir dürfen das Ausüben des Stimmrechts nicht verhindern, noch das Volk zwingen, zu stimmen.
  4. In den politisch-militärischen Arbeitsplänen, in deren Ausführung und in den täglichen Verschiebungen muss der Sicherheit der arbeitenden Bevölkerung, ihren Häusern und ihren Gütern Rechnung getragen werden.
  5. Wir müssen die verschiedenen Massnahmen, die die Kollaborateure treffen, um ihre Beziehung zu uns geheim zu halten, respektieren.
  6. Die interne Disziplin und die Arbeit mit den Massen müssen den Schutz der unschuldigen und/oder befreundeten Bevölkerung privilegieren, damit sie nicht durch unsere schlechte Aktion oder Unterlassung dem Terrorismus oder dem Hass der offiziellen Armee und ihrer Paramilitärs ausgeliefert sind.
  7. An jedem Ort und zu jeder Zeit wo die Massen durch die offizielle Armee und die Paramilitärs bedrängt werden, mit Bombardements und Zerstörung ihrer Habe, müssen wir aktiv sein in der Anklage und in der Bekämpfung dieser terroristischen Aktivitäten, damit sich die Bevölkerung durch uns unterstützt fühlt.
  8. Der Mord und jeglicher bewiesener Akt der Misshandlung, die gegen das Volk begangen werden, werden als Delikt betrachtet.
  9. Von unserer Seite sollte es keine Auflagen gegenüber den Massen geben. Wir müssen dafür sorgen, dass sie unsere Waffen als die ihren sehen.
  10. Klagen der Gemeinschaft über Aggressionen von Kämpfern oder anderen Personen müssen genauestens untersucht werden, unter Beizug der Kriterien der Gemeinschaft.
  11. Die Führung und die Kämpfer müssen die Normen des Internationalen Humanitären Völkerrechts studieren und anwenden, in Übereinstimmung mit den Bedingungen unseres revolutionären Krieges.
  12. In dem Falle, wo es notwendig sein sollte, irgendeine Person aufgrund eines vermuteten oder erwiesenen Vergehens zurückzubehalten, sofern dieser Militant oder Sympathisant einer Schwesternorganisation ist, sollte dieser Fall und wenn möglich auch die Person letzterer Organisation übergeben werden.
  13. In jedem Fall ist unser Grundprinzip der Respekt vor dem Recht auf Leben.
  14. Die Führer und die Kämpfer müssen beachten, dass die Hinrichtungen nur aufgrund von sehr schweren Vergehen der Feinde des Volkes und mit ausdrücklicher, fallweiser Autorisation der höheren Führungsinstanzen jeder Organisation durchgeführt werden dürfen. In allen Fällen müssen die Beweise verglichen werden und die Entscheidungen müssen kollektiv gefällt und übernommen werden, und die Chefs müssen Akten mit der Beweislage anlegen.
  15. Der Alkoholismus, die Drogensucht, der Raub, die Unehrlichkeit sind konterrevolutionäre Laster, die das Vertrauen unseres Volkes mindern.
  16. Wir müssen den Missbrauch des Vertrauens und der Grosszügigkeit der Leute verhindern, und nicht Güter zum persönlichen Vorteil verlangen.