BEOBACHTUNGEN EINER FAMILIENPOLITISCHEN DISKUSSION IN RIED


Die sozialistisch - katholische Doppelmühle gegen den Mann

Der Saal war ausreichend voll. Hat Familie Zukunft?

Bundesministerin Prammer: Probleme beim Unterscheiden von Zielen und Methoden

Das Podium: Stargast die sozialistische Frauenministerin Prammer umrahmt von katholisch / ÖVP orientierten Menschen, den Veranstaltern der Diskussion.

Das Publikum: Lauter nette Oberösterreicher und ein paar von unserer "Aktion".

Auf dem Podium fiel der Leiter einer "Männerberatungsstelle" auf. Er ließ Kaskaden von "Krankheitsdiagnosen" bezüglich des Männergeschlechts auf

uns herab, indem er Worte des katholischen Pastoraltheologen Zulehner vorlas, die gerade in der ÖVP großes Gewicht haben: Männer sind in den Familien abwesend und gefühllos. Sie widmen ihr Leben dem Beruf. Sie haben "keinen Zugang zur Innenwelt".

Zitat aus einem bei der Veranstaltung verteilten Artikel in der Furche (10.9.98): "Noch arbeiten Frauen für die geringbezahlte Produktion des Lebendigen,

 

Christiane Sauer: Vertreterin der Diözesan- Beratungszene: eigenartige Privatmeinung im Foyer:... psychische Gewalt nicht so schlimm wie physische

 

 

Mag. Eduard Waidhofer: feministisches Sozial-Softy- Klischee: die Gesellschaft krankt am Männlichen

 

Männer für die hochbezahlte Produktion von Totem." Eine nette Dame aus der diözesanen Beratungsszene legte im selben Sinn noch einiges drauf und Ministerin Prammer brauchte den Wust an Männerherabwürdigung nur aufzugreifen und zusammenzufassen: "man sieht, bei den Männern ist anzusetzen."

Es war nur eine Veranstaltung, aber doch signifikant, weil so schön das Zusammenwirken zwischen den Koalitionspartnern offenbar wurde.

Weltfremde Thesen

Die Konsequenz aus dieser Übereinstimmung erleben wir z.B. anhand der Ausklammerung der Unterhaltszahler aus dem Familienbegriff, die Bartenstein und Prammer per Verfassungsgesetz noch einbetonieren wollen. Die wirkliche Rolle des in der arbeitsteiligen Wettbewerbswirtschaft arbeitenden Mannes kommt nicht vor. Der zölibatäre Pastoraltheologe macht dem Mann zum Vorwurf, was nach

Prof. Dipl.-Ing. Dr Helmut Schattovits:

veranschaulichendes Zahlenmaterial und defensive Zurückhaltung

 

dem Familien- und Unterhaltsrecht seine einzige ihm sichere Pflicht ist: das Geldverdienen. Die Familienpolitiker beider Parteien schaffen es, das Unterhaltsrecht völlig zu ignorieren.

Fast schon rührend ist die wirtschaftspolitische Übereinstimmung zwischen katholischer und sozialistischer Seite: der Staat soll dekretieren, daß wir alle, Frauen und Männer, familienfreundliche Arbeitszeiten bekommen, gut und sicher verdienen und am Ende eines familienfreundlichen Erwerbslebens von Frau und Mann eine angemessene Pension

genießen. Der Staat paßt auf unsere Kinder auf, während wir außer Haus arbeiten. Abstriche von diesem kombinierten Erwerbs- bzw. Familienglück sind nicht zumutbar. Man ist gemeinsam zutiefst unglücklich über den doch nicht ganz wegzuleugnenden Sieg des Kapitalismus über die Zentralverwaltungswirtschaft. Man glaubt an den österreichischen Sonderweg.

Beim Publikum schien sich für diese ideologischen Gesichtspunkte kaum einer zu interessieren. Was hätten etwa die Mitarbeiter der auch im Export sehr erfolgreichen Firma Scheuch, die ganz in der Nähe der Veranstaltung Anlagen zur Entstaubung von Industriebetrieben plant und herstellt, gesagt? Produzieren diese Frauen und Männer Lebendes oder Totes? Wenn die Anlage für ein Stahlwerk geliefert wird - ist das gut oder schlecht? Sind Entstaubungsanlagen für Tischlereien politisch korrekter? Welche moralische Position nach Zulehner nimmt der Buchhalter / die Buchhalterin bei Scheuch ein?

Was soll ein Mann tun, wenn er draufkommt, daß er "Totes" produziert?

Was darf er tun, wenn er den Unterhalt für die Familie sicherzustellen hat?


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