dem Familien- und
Unterhaltsrecht seine einzige ihm sichere Pflicht ist: das Geldverdienen. Die
Familienpolitiker beider Parteien schaffen es, das Unterhaltsrecht völlig zu ignorieren.
Fast schon rührend ist die
wirtschaftspolitische Übereinstimmung zwischen katholischer und sozialistischer Seite:
der Staat soll dekretieren, daß wir alle, Frauen und Männer, familienfreundliche
Arbeitszeiten bekommen, gut und sicher verdienen und am Ende eines familienfreundlichen
Erwerbslebens von Frau und Mann eine angemessene Pension
genießen. Der Staat paßt auf unsere Kinder
auf, während wir außer Haus arbeiten. Abstriche von diesem kombinierten Erwerbs- bzw.
Familienglück sind nicht zumutbar. Man ist gemeinsam zutiefst unglücklich über den doch
nicht ganz wegzuleugnenden Sieg des Kapitalismus über die Zentralverwaltungswirtschaft.
Man glaubt an den österreichischen Sonderweg.
Beim Publikum schien sich für diese
ideologischen Gesichtspunkte kaum einer zu interessieren. Was hätten etwa die Mitarbeiter
der auch im Export sehr erfolgreichen Firma Scheuch, die ganz in der Nähe der
Veranstaltung Anlagen zur Entstaubung von Industriebetrieben plant und herstellt, gesagt?
Produzieren diese Frauen und Männer Lebendes oder Totes? Wenn die Anlage für ein
Stahlwerk geliefert wird - ist das gut oder schlecht? Sind Entstaubungsanlagen für
Tischlereien politisch korrekter? Welche moralische Position nach Zulehner nimmt der
Buchhalter / die Buchhalterin bei Scheuch ein?
Was soll ein Mann tun, wenn er draufkommt,
daß er "Totes" produziert?
Was darf er tun, wenn er den Unterhalt für
die Familie sicherzustellen hat? |