Editorial

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

 

WEITER MIT AUFRECHTEM GANG

 

Letzten Juni gab es in der Medienberichterstattung viel zu tun. Wir waren aufgrund von Aktivitäten ausgeschlossener Mitglieder zu Richtigstellungen gezwungen, hatten andererseits aber die Gelegenheit, für unseren Verein und sein Anliegen zu werben. Vor allem Ministerialrat Rehak machte durch weitere beleidigende Äußerungen in Richtung Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes auf sich aufmerksam. Wir haben dessen Vorsitzenden, Dr. Neugebauer, erklärt, daß wir mit Radikalismus und Rehak nichts zu tun haben. Wir danken Dr. Neugebauer für seine objektive und freundliche Reaktion und verweisen auf sein Schreiben auf Seite 23. Zwei andere Personen, deren vor dreieinhalb Jahren (!) wegen Chaotentums beendete (Kurzzeit-)Mitgliedschaft uns plagte, waren Ing. P. und Journalist Fidler. Rehak und diese beiden waren wochenlang in den Medien im Zusammenhang mit der Briefbombenaffäre genannt worden. Es war eine Heidenarbeit, den Journalisten zu erklären, daß wir uns mit Familienpolitik und sonst nichts beschäftigen. Natürlich wünschen wir Exekutive und Justiz baldigen Erfolg gegen den Terrorismus. Jetzt, August 1997, hört man von der Sache nichts mehr und Herr Rehak ist immer noch Ministerialrat. Ob von Journalisten aufgebauschte Geschichte oder nicht: die Leute sind für uns Vergangenheit und wir können nicht ungeschehen machen, daß sie einmal bei uns waren.

Rehak ist außerdem noch Obmann der unter unserem Namen firmierenden Abspaltergruppe, einer Handvoll Leute, die uns schon deshalb wenig Sorgen macht, weil sie sich ein Aushängeschild wie Rehak wählt. Gerichtliche Klärung steht bevor.

Daß der Name unserer Aktion durch diese Geschichten angepatzt wurde, ist Tatsache, aber nicht zu ändern. Wer uns kennt und nicht Verteidiger des völlig ins Abseits geratenen österreichischen Kindschaftsrechts ist, schätzt uns in der Regel. Sehen Sie dazu bitte den freundlichen Bericht von Kerstin Scheller im Standard, die unsere Veranstaltung mit Professor Jopt in Linz besucht hat (Seite 23). Wer uns Böses will (und das sind sicher einige Verteidiger des existierenden Kindschaftsrechts oder auch Leute aus der feministischen Seite und solche, die demokratische Eigeninitiative nicht aushalten), wird über uns auch dann schlecht schreiben, wenn wir uns umbenennen, neu gründen, etc.

Wir machen daher weiter wie bisher. Wie notwendig das ist, zeigt ein sehr erfreulicher Bericht von Gerti Senger über uns am Vatertag, in dem sie auch unsere Telefonnummer nannte (Seite 18). Es läutete oft und vor allem der hohe Anteil vom Verlust ihrer Kinder betroffener Frauen überraschte (Mütter von Buben über 10!). Wir freuen uns über den Zulauf und arbeiten an unserem Anliegen, ohne uns über schlechte Nachrede durch manche Sensationsjournalisten oder Feinde des EU-Standards im Familienrecht große Sorgen zu machen. Zur Reformbedürftigkeit unserer Familienpolitik eine aktuelle Statistik aus den SN vom 25. August 1997 aus Wien für das Jahr 1996: 9.146 Eheschließungen, 5.522 Scheidungen (das sind 60,38%), 16 325 Geburten, 19.346 Todesfälle.

Ihr Zeitungsteam

 

P.S.: Unsere Feminismus-kritischen Artikel (Seite 7 und S. 22) basieren auf Büchern von Frauen, die "aufregenden" Aussagen sind Zitate dieser Frauen.

 

Ihr Zeitungsteam

Übersicht Justizwaisen September 1997

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E-mail bitte an: Aktion Recht des Kindes auf beide Eltern